Das Buch von Waltraud Kannonier-Finster und Meinrad Ziegler erzählt die Geschichte eines Linzers, der 1938, ohne zu wissen warum, von der Kriminalpolizei verhaftet und nach Dachau deportiert wurde. Er starb wenig später im Konzentrationslager Flossenbürg.
Im Jahr 1900 geboren, lebte Josef Finster in den 1920er und 1930er Jahren unter prekären Verhältnissen in den Linzer Barackenlagern. Im Mai 1920 beteiligte er sich an einer der Linzer Hungerdemonstrationen, bei der es auch Tote und Verletzte gab. Er wurde verhaftet und zu vier Monaten Kerker wegen „Mitschuld an einem Auflauf“ verurteilt. Die Haft verbüßte er im Gefängnis Ottensheim.
Danach wurde er einige Male wegen kleinerer Eigentumsdelikte gerichtlich belangt und verbüßte dafür Haftstrafen. Im Juni 1938 verhaftete Linzer Kriminalpolizei ihn und hunderte andere Männer mit Vorstrafen. Die Nationalsozialisten betrachteten sie als potenziell gefährliche Verbrecher. Die SS deportierte sie in Konzentrationslager. Die meisten haben die Zwangsarbeit dort nicht überlebt..
Josef Finster steht stellvertretend für viele andere, die aus sozialen Gründen keinen Platz in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft hatten, als „gemeinschaftsfremd“ galten und deshalb der Verfolgung und Vernichtung ausgesetzt waren.