Im Alten Bauhof Ottensheim entsteht ein Soundsystem von Weltformat

Foto: Werner Elsnig

Mit dem Ziel innovative Kunst- und Kulturformate und Experimente zu unterstützen und neue Betätigungsfelder für Kunst- und Kulturschaffende zu eröffnen, hat eine interdisziplinäre Jury für das Kulturministerium Projekte ausgewählt, die mit bis zu 100.000,- gefördert werden.

OTTOsonics – offene Plattform für immersiven Sound – ist eine Kooperation der OTTO Kulturgenossenschaft, die seit kurzem den Alten Bauhof Ottensheim als neue Spielstätte betreibt, und der Kunstuniversität Linz. Ziel des Projektes ist es, ein modulares Wiedergabesystem, Steuerungsgeräte, sowie künstlerische Arbeiten zu entwickeln, die ein Eintauchen in den Klang für ein Publikum möglich machen. Die dahintersteckenden Technologien wie Ambisonics und Wellenfeldsythese, gehen dabei weit über aktuelle Kino-Soundformate hinaus und bieten mehr künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten und auch höhere räumliche Auflösungen

Foto: Manuel Mitterhuber

Projektinitiator Manu Mitterhuber, der bereits die ersten 3D-gedruckten Lautsprecher testet, hat dafür Universitätsprofessor Martin Kaltenbrunner vom Tangible Music Lab und seinen Mitarbeiter Enrique Tomás, sowie die Preisträgerin des österreischischen Komponistinnen Wettbewerbes Rojin Sharafi eingeladen mitzuarbeiten. Außerdem darf sich Ottensheim darüber freuen im kommenden Jahr 5 Wochen lang unterschiedliche internationale Künstler:innen begrüßen zu dürfen, die im Rahmen eines Artists-in-Residence Programmes Arbeiten entwickeln und präsentieren werden und so an der Weiterentwicklung des OTTOsonics Soundsystems mitarbeiten werden.

Als würdiger Höhepunkt des ersten Jahres des neuen Projektes wird erstmals von 16. – 18. September 2022 das „OTTOsonics“-Festival im Alten Bauhof Ottensheim über die Bühne gehen. An diesem Wochenende wird das Soundsystem für das breite Publikum aufbereitet und erlebbar gemacht.

Ähnliches Soundsystem an der Uni in Graz Foto: Tomaz

 

Soundsysteme dieser Art sind international immer noch eine Seltenheit – umso spannender ist die Zusammenstetzung der Kooperationspartner:innen: eine Universität, internationale Künstler:innen und eine Kulturgenossenschaft mit 240 Mitgliedern, die versucht, alles aus der vorhandenen, spärlichen Infrastruktur rauszuholen und trotz fehlendem, adäquaten Veranstaltungssaal der Kunst- und Kulturszene neue Strahlkraft zu verleihen. Die gewonnenen Erkenntnisse, Arbeiten, sowie Anleitungen zum Nachbau werden über eine eigene Online-Plattform offengelegt, sodass auch andere Kulturinitiativen und Interessierte freien Zugang dazu erhalten. Bereits interessiert zeigte sich der Schlachhof Wels, wo der erste Ableger des Soundsystems installiert werden könnte.

Außerdem sollen auch durch Studierende der Kunstuniversität Linz und der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien wissenschaftliche Arbeiten entstehen, die sich mit der Thematik befassen und das Projekt begleiten.

Einmal mehr zeigt Ottensheim im Kunst- und Kulturbereich Innovationsgeist und beweist welche kreativen Ressourcen in der kleinen Marktgemeinde stecken. Man darf gespannt sein, was da noch kommt!

Foto: Manuel Mitterhuber
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