kunst:corner

In den Veranstaltungsräumlichkeiten des „Alten Bauhof“ Ottensheim finden seit Sommer 2021  Konzerte, Lesungen, Theatervorstellungen und Performance statt. Im Zuge der baulichen Erweiterungen gibt es  nun im Eingangsbereich einen ausschließlich der bildenden Kunst zugeordneten Platz: Den „kunst corner“ Mit dieser.Veranstaltungsschiene soll die  Bildende Kunst ein weiteres Standbein des Hauses werden.  Es werden  drei bis vier Ausstellungen im Jahr organisiert um den Diskurs und das vielfälltige Programm in Ottensheim weiter zu bereichern. Somit stellen wir die Ausstellungsreihe unter dem Motto des „Alten Bauhof“ – Kunst und Kultur ist ein Lebensmittel!
(Kurator: Mag. Wurst Hans)

AKTUELLE AUSSTELLUNG (04.22. – 09.22.)

The Thin Line
(Curator Kateryna Radchenko)

geöffnet am
21./22./28./29./ 30. April und  5./6./7. Mai
von jeweils 17:-19:00 Uhr.
Ansonsten kann die Ausstellung an Veranstaltungstagen abends besucht werden.

Wir bitten Vorort um Spenden für die Künstler*innen in der Ukraine.

DE
An einem Wintermorgen wurden wir von Explosionen geweckt. Dies war der Beginn der aktiven Invasion der Ukraine von russischen Truppen. Die ausländischen Medien prognostizierten eine rasante Entwicklung, aber wir sind geduldig und widerständig geworden. Es ist nun seit acht Jahren Krieg in der Ukraine. In dieser Zeit haben wir uns zwangsläufig verändert: Unser Zeitverständnis, unsere täglichen Gewohnheiten, unsere Werte.

Die Ausstellung ist so aufgebaut, dass man zwischen Krieg und Zerstörung auch Bilder aus früheren Zeiten finden kann, die in friedlichen Städten und Orten aufgenommen wurden. Es ist wie in unserer Erinnerung, wo die Momente des Lebens vor dem Krieg verwurzelt sind – dann sehen wir uns um und werden zurück in die Realität katapultiert. In eine Realität voller zerstörter Städte, in denen Menschen auf offener Straße getötet werden.

Es scheint, dass alles, was uns zuvor passiert ist, ein Traum ist, für den wir keine Zeit hatten, ihn vollständig zu erleben, zu fühlen und zu genießen. Der schmale Grat zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Fata Morgana und Realität. Wir gehen auf dünnem Eis, aber darunter ist unser Fluss, und wenn wir ins kalte Wasser fallen, erreicht unser Körper sein Heimatufer.

Es scheint, als wäre alles zuvor Geschehene ein Traum gewesen. Ein Traum, den wir nicht zu Ende träumen, erleben und genießen durften.
Es ist ein schmaler Grat zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Traum und Realität.

UA
Одного зимового ранку ми прокинулись від звуків вибухів. Це був початок повномасштабної війни в Україні. Іноземні медіа передбачали швидкий розвиток подій, ми ж набирались терпіння. Війна в Україні триває вже вісім років, більше місяця — активний наступ російських військ. За цей час ми невідворотньо змінилися: змінилося наше розуміння часу, наші щоденні звички та цінності.

Експозиція організована таким чином, що серед фотографій війни та руйнувань ви можете знайти зображення більш раннього періоду, зроблені у мирних містах та містечках. Це як наша пам’ять, у якій виринають час від часу моменти з довоєнного життя, але потім ми озираємося навкруги і повертаємося до реальності, наших зруйнованих міст, де людей вбивали просто на вулицях.

Здається, все, що було з нами до того — це сон, який ми не встигли до кінця відчути, розпробувати та насолодитися. Тонка межа між минулим та сьогодення, між маревом та реальністю. Ми йдемо по тонкому льду, але під ним наша річка, і якщо ми провалимось в холодну безодню, наше тіло приб’є до рідного берега.

EN
One winter morning we woke up to the sound of explosions. This was the beginning of a full- scale war in Ukraine. The foreign media predicted a rapid development, but we were gaining patience. The war in Ukraine has been going on for eight years, more than a month — an active invasion by Russian troops. During this time we have changed inevitably: our understanding of time, our daily habits and values have changed.

The exposition is organized in such a way that among the photos of war and destruction one can find the pictures of much earlier periods taken in peaceful cities and towns. It is like our memory, where the moments of life before the war emerge, but then we look around and back to our reality, our ruined cities where people were killed in the streets.

It seems that everything that happened to us before is a dream that we did not have time to fully experience, feel and enjoy. The thin line between past and present, between mirage and reality.

Odessa Photo Days
…ist ein in der Ukraine ansässiges internationales Festival für zeitgenössische Fotografie und fungiert auch als Bildungsplattform. Es treibt die ukrainische Fotografie voran und verbindet Künstler, Kuratoren und Forschung aus aller Welt. Die achte Ausgabe des Festivals sollte vom 19. bis 22. Mai 2022 in Odessa stattfinden. Die militärische Invasion Russlands in der Ukraine hat jedoch alles verändert. Am 24. Februar 2022 begann in der Ukraine ein allumfassender Krieg. Jetzt arbeiten Kateryna Radchenko, Direktorin und Kuratorin der Odesa Photo Days, und das Festivalteam daran, die Situation in der Ukraine sichtbar zu machen und vom Krieg betroffene ukrainische Dokumentarfotografen und fotografische Künstler zu unterstützen.

Odesa Photo Days…
іs a Ukraine-based international festival of contemporary photography and educational platform. It pushes forward Ukrainian photography and connects artists, curators and researchers from all over the world. The eighth edition of the Festival was scheduled to take place in Odesa on 19-22 May 2022. Russia’s military invasion of Ukraine, however, has changed everything. 24 February 2022, a full-scale war started in Ukraine. Now Kateryna Radchenko, director and curator of Odesa Photo Days, and the festival team are working to spread the word about the situation in Ukraine and support Ukrainian documentary photographers and photography-based artists affected by war.

www.thephotodays.org

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1. AUSSTELLUNG (12.21. – 04.22.)
Gebläse, Skulptur, 2021
Pia Mayrwöger

An einem ursprünglich landwirtschaftlich genutzten Gerät, zum Transport verschiedenster Rohstoffe wie z.B. Gras, Heu, Hackschnitzel, Mais usw. werden die losen Rohre frei von etwaigem Nutzen montiert. Am Auslass wurde zunächst mit der dazugehörigen Schelle ein im rechten Winkel gebogenes Rohr montiert. Dies wurde wiederholt bis der Auslass nunmehr dem Einlass gegenüber positioniert ist. Das Orten von Beginn und Ende des Transportweges, wird der Betrachter:in erschwert. Zu sehen ist eine zwecklose Zirkulation, die das Wesen der Maschine verdeutlicht.

Foto: Pia Mayrwöger

Pia Mayrwöger
geboren am 25.04.1986
lebt und arbeitet in Linz

In meiner künstlerischen Praxis befasse ich mich weitestgehend mit dem Themenfeld der Arbeit. Ein vorangehendes ästhetisches und technisches Interesse an einzelnen Maschinen ist stets meine initiale Motivation. Ich extrahiere das jeweils für mich Wesentliche der Maschine und konzentriert mich gänzlich auf die Charakteristik. Die Maschinen verlieren dadurch ihren Nutzen und werden nunmehr zu künstlerischen Objekten.

info@piamayrwoeger.at
www.piamayrwoeger.at

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